"Die Weltenergiekrise tobt und wir tauschen Glühbirnen aus"

Energieforum „Zukunft Passivhaus“ in der Alten Mälzerei,  Mosbach.

"Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind heute längst kein Thema mehr nur für irgendwelche obskuren Expertenzirkel. Im Gegenteil: Klimaschutz und Nachhaltigkeit gehen uns alle an". Mit diesen Worten begrüßte Landrat Dr. Achim Brötel als Aufsichtsratsvorsitzender des Veranstalters Energieagentur Neckar-Odenwald-Kreis (EAN) die Teilnehmer des Energieforums „Zukunft Passivhaus“ in der Alten Mälzerei. Auch Oberbürgermeister Michael Jann stellte in seinem Grußwort die Bedeutung des Themas heraus.

Um einen Einblick in das Thema der Passivhaus-Planung bei Neubauten und in der Bestandssanierung zu erhalten, bot die EAN mit ihrem Geschäftsführer Dipl.-Ing. Uwe Ristl in Kooperation mit den Projektpartnern Ingenieurkammer Baden-Württemberg und der Akademie der Ingenieure aus Ostfildern das heuer zum zweiten Mal ausgerichtete Energieforum an. An dem gut besuchten Seminar nahmen neben, kreisansässigem und überregionalen Fachleuten auch sonstige Interessierte teil – zukünftige Bauherren, die mit dem Gedanken spielen, ein Passivhaus zu bauen.

Seinen Vortrag betitelte Architekt Rainer Graf leicht provokant mit „Die Weltenergiekrise tobt und wir tauschen Glühbirnen aus“. Der Referent ist Energieberater in der Liste des Bundesamtes für Wirtschaft (bafa), Mitglied bei „ig-passivhaus“ und beim Passivhaus-Planer-Netzwerk sowie Energieberater in der Agentur für Klimaschutz, Tübingen. Einige Jahre der Planungserfahrung beim Bau von Passivhäusern vervollständigen sein Profil.

Graf definierte „Passivhaus“ als ein Gebäude mit derart geringem Heizwärmebedarf, dass eine separate Heizung überflüssig wird: Die Wärme kann über das ohnehin vorhandene Lüftungssystem zugeführt werden. Der Energiekennwert für Heizwärme, eines der Hauptkriterien für Passivhäuser, liegt bei maximal 15 kWh/(m2a), was 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche im Jahr entspricht.

Drei Grundprinzipien machen ein Passivhaus aus: Maximale Wärmebewahrung (Wärmedämmung), passive Solar-Energienutzung (Wärmefalle) und energieeffiziente Haustechnik (Wärmerückgewinnung). Der Gedanke, der hinter der Passivhaus-Technologie steht, so Rainer Graf, sei so einfach wie logisch: Wärme, die nicht verlorengeht, braucht auch nicht ersetzt zu werden. Der Wärmeverlust wird durch Dämmung so weit reduziert, dass Sonnenwärme und im Haus freigesetzte Wärme fast allein ausreichen, um den Wärmeabfluss auszugleichen. Um die fehlende, geringe Restmenge an Energie zu erzeugen und zu führen, wird eine effiziente Technik eingesetzt. Energieeinsparung und thermische Behaglichkeit verbinden sich somit sinnvoll.

Weitere Vortragsthemen waren Kosten, Wirtschaftlichkeit, Förderung und Zertifizierung eines Passivhauses. Die Auswirkungen auf die Architektur eines Gebäudes und die Behaglichkeit wurden ebenfalls betrachtet.

Nach dem informativen theoretischen Teil besichtigten die Teilnehmer den Neubau „Haus Bergmann“ auf dem Bergfeld, wo die Anlagentechnik und Baukonstruktion eines Passivhauses anschaulich in der Praxis demonstriert wurde. Dabei entwickelten sich interessante Gespräche zwischen Architekten, Energieberatern, Handwerkern und Bauinteressierten.

Abschließend dankte Uwe Ristl allen an dieser Veranstaltung beteiligten Personen. Er betonte, dass das Seminar und die Besichtigung nur einen kurzen Abriss über das komplexe und für die Zukunft ungemein wichtigen Themas bieten konnte.

Absicht der EAN sei es, dieses Energieforum als jährliche regionale Informationsveranstaltung primär für Fachpublikum im Neckar Odenwald Kreis zu etablieren.

 

v.l. Architekt Horst Keller, Architektenkammer Baden-Württemberg; Oberbürgermeister Stadt Mosbach Michael Jann;  Referent Architekt Rainer Graf, Gomaringen;   Landrat NOK  Dr. Achim Brötel;  Energieagentur Dipl.- Ing. Uwe Ristl;  Jochen Lang, Akademie der Ingenieure, Ostfildern.

 

35 Teilnehmer aus dem NOK und darüber hinaus informieren sich über die Prinzipien eines Passivhauses.

 

Viele Interessante Informationen aus der Praxis gab es auf der Baustelle.

 

 

 

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