Photovoltaikveranstaltung am 14.10.2009 im Rathaus Seckach

Dass das Thema "Photovoltaik" für viele derzeit von großem Interesse ist, das wußten die Verantwortlichen aus dem Arbeitskreis "Natur, Umwelt, Energie" um Volker Hufnagel. Doch mit einer solchen Resonanz auf den Vortragsabend im großen Sitzungssaal des örtlichen Rathauses hatte keiner gerechnet. Rund 70 Interessierte drängten sich in den Saal und wurden nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Ludwig von Volker Hufnagel über die verschiedenen Themengebiete und Ziele des Arbeitskreises informiert.

Bürgermeister Ludwig bei der Begrüßung der zahlreichen Teilnehmer

Ein Thema behandle die Einsparung von Energie und eine umweltschonende Energiegewinnung. Ein Punkt, den dieser Arbeitskreis der lokalen Agenda der Gemeinde Seckach für überaus wichtig erachte. Aus diesem Grund habe man mit Uwe Ristl (Geschäftsführer der Energieagentur des Neckar-Odenwald-Kreises - EAN) kooperiert und Sacettin Bakan von Elektro Bakan in Oberschefflenz sowie Steuerberater Berndt Eckert von der Stuttgarter LGG-Steuerberatungsgesellschaft mbH als Fachreferenten eingeladen.

Lobenswert war vor allem, dass die Referenten nicht mit "Fach-Chinesisch" glänzten, sondern sehr verständliches "Deutsch" sprachen. Das allein sorgte schon für einen kurzweiligen und interessanten Abend. Sacettin Bakan bewies seine Kompetenz in Sachen Photovoltaik-Anlagentechnik mit präzisen Angaben über die wichtigsten technischen Punkte. Zunächst sei die Einspeisezusage des Energieversorgers notwendig, die vor dem Anschluss der Anlage vorliegen sollte. Über die Fragen, welche Modulart (monokristalline, polykristalline oder Dünnschicht) verwendet werden sollte, über Garantieverlängerungen und Wirtschaftlichkeiten gab Sacettin Bakan  kompetent Auskunft. Noch ungewiss sei, in wie weit die Einspeisevergütung im nächsten Jahr sinken werde. Bisher hätte man "über den Daumen" sagen können, dass der Preisverlust bei den Modulen das Minus in der Einspeisevergütung aufgefangen habe.

Im Rahmen des EU-Projektes LEADER  wurde SUN-AREA beispielhaft  in einigen Gemeinden des  Aktionsgebietes (auch im NOK) getestet. Für alle Photovoltaikinteressierten ist es nun möglich, ab Anfang November über dieses Dachkataster zu erkennen, ob ihr Dach für Photovoltaikanlagen geeignet ist oder nicht. Nähere Informationen finden  sie unter der Internetseite
www.leader-neckar-odenwald-tauber.de.
 

Interessierte Teilnehmer im großen Sitzungssaal des Rathauses Seckach

Steuerberater Eckert trug  in seinem Vortrag über die finanziellen und steuerrechtlichen Aspekte in Bezug auf die Anschaffung von Photovoltaikanlagen vor. Dabei betonte er, dass der Bank normalerweise die Anlage als Sicherheit für eine Finanzierung genügen müsste und eine Grundschuldeintragung überflüssig mache. Grundsätzlich werde jeder Käufer einer PV-Anlage, die den Strom ins Netz einspeist, ein Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtig ist. Ob es einer Gewerbeanmeldung und entsprechend einer Gewerbesteuerpflicht bedarf ist von der Größe der Anlage abhängig. Besonders verschiedene Abschreibungsmodelle sind für sonstige Gewerbetreibende interessant.

Seit 2009 gebe es wieder eine degressive Abschreibung. Zusätzlich sei seit 2008 eine Sonderabschreibung von 20% und eine neue Investitionsrücklage als vorweggenommene Gewinnminderung möglich. Bei degressiver Abschreibung, Inanspruchnahme der Investitionsrücklage und Sonderabschreibung ist es möglich in den ersten drei Jahren über 60% der Investitionssumme abzuschreiben.

Weitere Themen waren Betrachtungen zur Einkommens- und Umsatzsteuer und mögliche Auswirkungen für Rentner oder diejenigen, die in den nächsten Jahren in den Genuss des Ruhestandes kommen werden. Letztlich kann es auch entscheidend sein, wer die Anlage kauft. Sollte dies eine Ehefrau sein, die bisher kein Einkommen hatte und entsprechend über den berufstätigen Gatten mit krankenversichert war, wird sie nun krankenversicherungspflichtig, da sie durch die Erträge der PV-Anlage eigenes Einkommen hat. Finanziell fährt man dadurch unter Umständen sogar schlechter als ohne PV-Anlage.

Fazit des Abends war, dass bei einer Investitionsentscheidung für eine PV-Anlage nicht nur technische Fragen betrachtet werden sollten, sondern sich auch über die individuelle finanzielle und steuerrechtliche Gestaltung Gedanken gemacht werden sollten. Herr Eckart schloss den Vortrag mit dem Zitat eines seiner Kunden. Wenn die Sonne scheint, arbeitet die PV-Anlage, wenn’s regnet wird das Wasserfass voll.

 

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