Fast fünfzig Teilnehmer konnte Landrat Dr. Achim Brötel am 22.11.2010 in der „Alten Mälzerei“ in Mosbach zum 3. Energieforum Zukunft der Energieagentur des Neckar-Odenwald-Kreises (EAN) begrüßen.
Als Aufsichtratsvorsitzender freute er sich über die große Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung, die die EAN zusammen mit den beiden Projektpartnern, der Ingenieurkammer Baden-Württemberg und der Akademie der Ingenieure aus Ostfildern, organisiert wurde.
Es standen die Themen „EnEV 2009 und die Erneuerbare Wärmegesetze“ im Mittelpunkt. Gerade die Wärmegesetze, so der Landrat, hätten seinerzeit schon vor ihrem Erlass und im Grunde genommen noch immer bis zum heutigen Tag für reichlich, durchaus kontroversen Diskussionsstoff gesorgt.
Stellvertretend für Oberbürgermeister Jann begrüßte Bürgermeister Keilbach ebenfalls die Anwesenden. Für ihn sei es Fakt, dass die Ressourcen der Erde zu Neige gehen und dass man daher gezwungenermaßen die komplette Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen umstellen müsse. In diesem Kontext wachse die Bedeutung der Energieberatung stetig. Als Bauherr müsse man über die neuesten Vorgaben informiert sein.
Referent Klaus Lambrecht ging auf die Inhalte der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) darunter auch die Wahlfreiheit bei den Berechnungsmethoden der Wohngebäude (DIN 4108-6 / DIN 4701-10 oder DIN 18599), wobei die letztgenannte DIN so gut wie nicht im Markt bei den Wohngebäuden angenommen würden. Zudem erkenne die KfW mit Wirkung vom 18. Oktober 2010 die Berechnung von Wohnungen nach DIN 18599 für die Effizienzhausberechnung nicht mehr an.
Die Hürden bei den Kfw-Effizienzhäusern seien inzwischen zum Teil recht hoch und bedürften in der Regel einer umfassenderen Sanierung.
Er erläuterte auch die derzeit in Arbeit befindliche EnEV 2012 ein. Dort werde es voraussichtlich eine Änderung bei den Energieausweisen geben. So werden die Energieausweise für den Gebäudebestand bei Vermietung und Verkauf nicht mehr „spätestens auf Verlangen zugänglich zu machen“, sondern künftig wohl vorgezeigt werden müssen.
Referent Thomas Eberle setzte sich mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Versicherung, Haftpflichtversicherung und Versicherungssummen auseinander. Als Planer sollte man auf ausreichende Deckungssummen gerade bei älteren Verträgen achten, notfalls bei seinem Versicherer nachfragen. Wichtig dabei sei der Zeitpunkt der Schadensursache. Liege die Ursache zehn Jahre zurück, gelten die Versicherungskonditionen, die zu diesem Zeitpunkt Gültigkeit hatten. War man zu diesem Zeitpunkt unterversichert, könne es später teuer werden
Eberle nannte auch Strategien zur Schadensvermeidung. Zum einen Weiterbildung und Schulungen, kompetente Partner, Qualitätssicherung, gute Kommunikation zwischen Planern und Handwerkern, Einweisung des Bauherren in technische Anlagen, sowie gute Baudokumentation.

Energieforum Zukunft: v.l. Dipl.-Ingl Uwe Ristl, Geschäftsführer EAN; Bürgermeister Stadt Mosbach, Michael Keilbach; Referent Dipl.-Physiker Klaus Lambrecht; Landrat Neckar Odenwald Kreis Dr. Achim Brötel; Jochen Lang, Akademie der Ingenieure, Ostfildern

Angeregte Diskussionen unter den Teilnehmern auch während den Pausen.

Nahezu 50 interessierte Architekten, Ingenieure und Energieberater, meist aus der Region aber auch darüber hinaus, nahmen das Angebot der Energieagentur in Anspruch.
© EnergieAgentur Neckar-Odenwald-Kreis